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Gaspreisboykott

Auch dieses Jahr werden die großen Energiekonzerne pünktlich zum Beginn der kälteren Jahreszeiten die Energiepreise und damit auch den Preis für Gas erhöhen. Da diese geplanten Erhöhungen die Verbraucher aufgrund voran gegangener Mehrzahlungen wohl kaum kalt erwischen, sondern vielmehr ihre Gemüter trotz Fernwärme nahezu vollständig und ohne thermischen Verlust erhitzen, hat sich seitens der Endverbraucher eine Kaltfront gebildet, die den warmen Empfehlungen von Verbraucherschützern und Bund der Energieverbraucher folgt und beginnt, die teilweise im zweistelligen Prozentbereich liegenden Erhöhungen zu boykottieren.


Verbraucherinitiativen stellen kostenlose Vordrucke ins Netz, die man zur Zahlungsverweigerung nützen kann. Dabei ist es wichtig, dass nicht nur die jeweilige Erhöhung, sondern der gesamte Gaspreis als unbillig beschrieben und nicht gezahlt wird. Auch in eigener Regie vorgenommene Zahlungskürzungen können ein wirksames Mittel sein, sich gegen unverhältnismäßige Preiserhöhungen zur Wehr zu setzen. Zahlungen unter Vorbehalt zwingen den Verbraucher letztendlich bei einem eventuellen Verfahren und dem Richterspruch auf seiner Seite, die Zahlungen von den Energieversorgern zurückzufordern. Daher sieht ein Boykott keine Zahlungen jeglicher Art vor, vielmehr jedoch eine vollkommene Verweigerung.


Ein Boykott, der bundesweit greift, sichert den Energiekonzernen in jedem Fall mediale Präsenz, auf die sie wohl gerne verzichten würden. Nicht nur, dass die Rechtmäßigkeit der Erhöhungen teilweise durch die höchste richterliche Instanz dadurch überprüft werden. Vielmehr kann dadurch Druck seitens der Politik ausgelöst werden, die Preiskalkulationen offen zu legen und dadurch für mehr Transparenz im Tarif-Dschungel zu sorgen. Insgesamt bedeutet ein Gaspreisboykott noch lange nicht, das die Energieversorger ihre Erhöhungen zurück nehmen. Genauso wenig heißt es, dass sie die Preise senken würden. Und doch signalisiert eine flächendeckende und durch entsprechende Institutionen gedeckte Weigerung ein Aufbegehren seitens jener Menschen, die gerne als Kunden behandelt würden, aber meist nur als Verbraucher gesehen werden.

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